In der Adventszeit habe ich Pilzbrutboxen verschenkt, als vorgezogenes Weihnachtspräsent sozusagen. Für mich selbst habe ich gleich zwei Kisten mitbestellt, schließlich muss man ja wissen, was man so verschenkt 😉 .
Ich habe mich einmal für Austernpilze und einmal für Kräuterseitlinge entschieden. Letztere tauchen im Handel in der Regel nur als Importware aus Asien auf. Preislich lohnt sich die Eigenzucht vermutlich nicht wirklich, aber wie bei allem, was man selbst anbaut und erntet, geht es nicht ausschließlich darum, Geld zu sparen, sondern darum, zu wissen, was letztendlich auf dem Teller landet. Und Spaß macht es allemal, den Pilzen beim Wachsen zuzuschauen.
Die Pilzzucht gestaltete sich relativ unkompliziert, weil in der Brutbox bereits alles enthalten war, was ein guter Pilz zum Wachsen benötigt. Die Austernpilze wachsen grüppchenweise aus Schlitzen, die von mir in den Karton und die darunterliegende Folie geritzt wurden. Mehr war nicht zu tun.
Für die Anzucht der Kräuterseitlinge habe ich das geimpfte Substrat ausgepackt und auf einen flachen Stein gestellt, der in einem mit Wasser gefüllten Untersetzer platziert wurde. Etwas tricky war das Anfertigen einer Biegedrahtkonstruktion, die als Abstandshalter für die Folienhaube fungieren soll. Der einzige Pflegeaufwand hierbei besteht im täglichen Lüften der Plastikhaube für 5 Minuten, die ansonsten für ein feuchtes Mikroklima sorgt.

Während meine lieben Beschenkten bereits die erste Ernte eingefahren und verspeist hatten, herrschte bei meinen Pfleglingen noch ein paar Tage Funkstille. Doch als sich die ersten Köpfchen zeigten, ging alles ganz schnell. Dann galt es, den passenden Erntezeitpunkt zu erwischen. Die erste Runde brachte immerhin einen Nettoertrag von 360 g feinsten Austernpilzen wie aus dem Bilderbuch, die ich natürlich sofort in einem Pilzgericht „vernudeln“ musste:
Austernpilznudeln
3
PortionenZutaten
200 g Nudeln
350 g frische Austernpilze

2 Lauchzwiebeln
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
2 EL Olivenöl
20 ml Weißwein (kann auch weggelassen oder durch weißen Traubensaft ersetzt werden)
150 g Crème fraîche
50 ml Wasser
50 ml Sahne
1 TL getrockneter Thymian
1 TL Kräutersalz
1 TL Sojasoße
1 TL Honig
gemahlener Pfeffer
ca. 90 g Parmesanspäne
So geht´s!
- Nudeln in Salzwasser bissfest garen und abseihen.
- Schalotte und Knoblauchzehe fein würfeln. Lauchzwiebeln in Ringe schneiden. Die Pilze in grobe Stücke zerteilen.
- In einer Pfanne 2 EL Olivenöl erhitzen. Schalotten- und Knoblauchwürfel anschwitzen. Honig dazugeben und leicht karamellisieren lassen.
- Pilze, Lauchzwiebeln und Thymian hinzufügen und mit dünsten. Mit dem Weißwein ablöschen und einreduzieren lassen, bis die Flüssigkeit weg ist.
- Crème fraîche, Sahne, Wasser, Sojasoße unterrühren. Mit dem Kräutersalz und Pfeffer abschmecken.
- Die Soße kurz köcheln lassen, bis sie eine sämige Konsistenz hat. Dann die Nudeln unterheben.
- In tiefen Tellern oder Schalen anrichten und mit Parmesanspänen bestreuen.



